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Entwerfen

Written by:

Maria Grilo
Maria Grilo

,

UI- und Produktdesigner

Last Published:

21. März 2024

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Die subjektive Erfahrung, Kunst zu genießen

Buntes Gemälde eines blauen Balkons mit rosa Wänden, roten Säulen und tropischen Blättern—Freude am Kunstgenuss

Lesen des vorheriges Kapitel wird diesen Text viel verständlicher machen, aber wenn du ihn wirklich überspringen musst, hier ist ein Kontext: Das habe ich entschieden Der beste Weg, um zu erklären, was Kunst ist, besteht darin, etwas Geschichte, etwas Philosophie und etwas Technik zu verstehen.

Nicht weil es dir eine klare Antwort geben wird, sondern weil es wird Ihnen legitimes kritisches Denken vermitteln. Und dann, wer weiß, vielleicht haben Sie sogar fundierte Meinungen.

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Was ist also Kunst?

Nachdem künstlerische Epochen über viele Jahrhunderte hinweg eher durch politische, soziale und wirtschaftliche Kontexte als durch individuellen Geschmack definiert wurden, wandelte sich die Art und Weise, wie Informationen erworben und geteilt wurden, allmählich.

Die wissenschaftliche Methode festigte den Wissenserwerb und die Industrielle Revolution veränderte die Lebens- und Arbeitswelt der Menschen grundlegend. Die daraus resultierende Entstehung einer Mittelschicht ebnete den Weg für die Bildung vieler weiterer Menschen – und beendete damit einen Teil des Elitismus, der Bildung bis dahin geprägt hatte.

Man lebt länger, man lebt besser, man weiß mehr – und die Kreativität wird geboren. Das widerfuhr weitaus mehr Menschen als in den vorangegangenen Jahrhunderten, die entweder von Knappheit, Krieg und/oder religiösem Extremismus geprägt waren.

Auf diese Weise wurde Kunst demokratischer und folglich zugänglicher für individuellen, persönlichen und emotionalen Ausdruck.

Zeitgeist

Zeitgeist ist die vorherrschende Gesamtheit von Idealen und Überzeugungen, die das Handeln der Mitglieder einer Gesellschaft in einer bestimmten Epoche motivieren, und lässt sich wörtlich als „Geist der Zeit“ übersetzen.

Georg Hegel hat dieses Wort zwar nie direkt verwendet, aber in seinen Werken, wie etwa den Vorlesungen über die Philosophie der Geschichte, schreibt er Folgendes:

„Kein Mensch kann über seine Zeit hinaus, denn der Geist seiner Zeit ist auch sein eigener Geist.“ – Georg Hegel

Diese Idee ist eng mit Hegels Verständnis von Kunst verknüpft. In diesem Paradigma Was auch immer der Künstler erschafft, es spiegelt die Kultur seiner Zeit wider.Der Künstler ist ein unvermeidliches Produkt seiner Zeit und bringt daher diese Kultur in seine Kunst ein.

Die Zeitgeist-Theorie stellt sich entschieden gegen eine Theorie aus dem 19. Jahrhundert von Thomas Carlyle namens Great Man Theory, nach der bestimmte Individuen über Eigenschaften verfügen, die sie zu großen Führungspersönlichkeiten machen.

Diese Eigenschaften, gepaart mit göttlicher Inspiration, ermöglichen es ihnen, Machtpositionen zu erlangen und folglich die Geschichte zu prägen.

„Die Weltgeschichte ist nichts anderes als die Biografie großer Männer.“ – Thomas Carlyle

Tolstoi wollte davon nichts wissen und in seinem Buch Krieg und Friedenbezeichnet er die Bedeutung großer Individuen als imaginär: Sie seien bloße Sklaven der Geschichte. Herbert Spencer ging sogar so weit, Carlyles Ideen als hoffnungslos primitiv, kindisch und unwissenschaftlich zu bezeichnen.

Ehrlich gesagt beruht die Theorie der großen Männer auf der Annahme von unbedeutenden und angeborenen Fähigkeiten und lässt dabei das große Puzzle außer Acht, das unser Universum ausmacht. Sie ignoriert, dass alles eine Folge einer Folge einer Folge ist.

Und fangen wir gar nicht erst mit dem Konzept des "freien Willens" in diesem Beitrag an – wir müssen aufpassen, dass wir uns nicht in diesem Kaninchenbau verlieren.

Das bedeutet im Grunde, dass Kunst logisch betrachtet keinesfalls dieses esoterische Etwas sein kann, das aus der Großartigkeit bestimmter Individuen entspringtoder aus reinem Glück, erstaunlichem „Talent“ oder der angeborenen Begabung einiger weniger Glückspilze geboren wird.

Man könnte sogar sagen, dass „Können“ in Bezug auf Kunst ein sehr relativer Begriff ist. Es impliziert technische Meisterschaft, doch unterschiedliche technologische Wissensstände haben die Kunst seit ihren Anfängen geprägt. Deshalb sind „Können“ oder „Technik“ sehr wackelige Maßstäbe für Qualität.

Kunst vs. Handwerk

Nehmen wir ein ganz grundlegendes Konzept wie die Zentralperspektive oder einfach ausgedrückt: die Art und Weise, wie Objekte kleiner erscheinen, je weiter sie entfernt sind.

Linear Perspective

Ihre Erforschung und geometrische Untersuchung innerhalb der bildlichen Darstellung begann erst im 14. Jahrhundert während der italienischen Renaissance, und es dauerte noch einige Zeit, bis sie perfektioniert und richtig verstanden wurde.

Dieses technische Verständnis zeigte sich von da an in allen künstlerischen Arbeiten, während alle grafischen Werke, die vor dieser Zeit entstanden, diese fast bizarre Aura eines gescheiterten Versuchs bewahrten, dreidimensional zu wirken.

Historical art painting of a large crowd gathered for a sermon outside the Gothic Old St Paul's Cathedral in London.

Aber war es ein Scheitern? Oder war es so, dass Realismus in der Darstellung zu diesem Zeitpunkt einfach kein Kanon war? Was kam zuerst: das Bedürfnis nach realistischer grafischer Darstellung oder die Techniken, die sie ermöglichten? Spielt es eine Rolle, ob man aus Können oder aus freier Entscheidung heraus erschafft? Ist Technik ein Qualitätsmaßstab in der Kunst?

Ancient Greek black-figure amphora art featuring satyrs enjoying a wine harvest, decorated with dancing figures.

Nehmen wir zum Beispiel griechische Vasen. Sie sind schwarz mit tieforangen Figuren und Verzierungen. Viele halten sie für ein wunderschönes Kunstwerk mit einer großartigen Farbkombination, die minimalistisch und zugleich mystisch und fesselnd wirkt, was durch die Geschichten erreicht wird, die ihre Bilder erzählen.

Ceramic art jar featuring hand-painted orange koi fish swimming among colorful lotus flowers and green lily pads.

Und dann gibt es noch chinesisches Porzellan. Es ist farbenfroh, filigran, die Zeichnungen sind detailreich und die Figuren entführen uns in eine Kultur voller faszinierender Mythologie.

Leider habe ich mich damit nicht so intensiv beschäftigt wie mit der hellenistischen Zivilisation, daher kann ich nicht viel zu den Hintergründen dieser Vasen sagen.

Aber eines kann ich sagen: Die griechischen Vasen sind nicht wegen Tinte schwarz und tiefrot, sondern dank eines Materials, das den Ton nach dem Brennen schwarz färbt, wenn es auf die Oberfläche aufgetragen wird. Es gibt keine Farbauswahl im eigentlichen Sinne.

Hat die Technik die Ästhetik bestimmt oder war es umgekehrt? War es eine selbst auferlegte Beschränkung oder hat die technische Begrenzung den Stil hervorgebracht? Ist das chinesische Porzellan überlegen, weil seine prägenden Merkmale das Ergebnis einer vielseitigeren und technisch fortschrittlicheren Methode sind? Ist das eine mehr Kunst als das andere?

Cubist art portrait of a woman in a yellow hat, using bold red, yellow, and green shapes in a subjective style.

Abschließend: Hat Pablo Picasso eine Frau so gemalt, weil er nicht wusste, wie man es realistisch macht, oder war es eine bewusste Entscheidung? Er beherrschte die realistische Malerei zweifellos (siehe Bild unten), doch ist das Vorhandensein oder Fehlen einer Wahlmöglichkeit überhaupt ein Maßstab für künstlerischen Ausdruck?

Das ist ein gefährlicher Grundsatz, denn er könnte jedes Werk entwerten, das unter einschränkenden Bedingungen entstanden ist – sei es durch mangelndes technisches Wissen, Geldmangel, Zeitdruck oder andere Faktoren. Wenn man auf alles zurückblickt, was man bisher über die Kunstgeschichte gelernt hat, stellt man fest, dass alles Einschränkungen unterliegt, und dass Kunst schon immer von Materialien, Techniken, Religion, Gesellschaft und vielem mehr geprägt wurde. Alles wurde geformt vom Zeitgeist.

Das Fehlen oder Vorhandensein von Wahlmöglichkeiten als Qualitätsmaßstab zu verwenden, würde unzählige Werke der modernen und antiken Geschichte entwerten. Kunstwerke, bei denen man keine Ahnung hat, wie chaotisch ihr Entstehungsprozess war – von technischen oder materiellen Einschränkungen über Budgetfragen und zwischenmenschliche Konflikte bis hin zu psychischen Problemen, wenn man so weit gehen möchte.

Nach dem Zeitalter der Aufklärung (dessen Ende Anfang des 19. Jahrhunderts begann), traten wir in das relativistische Denken ein, und das Streben nach einer „realistischen“ grafischen Darstellung der Welt verlor an Bedeutung. Und genau dann wird Kunst komplizierter.

Ein extrem kurzer Abriss der modernen und zeitgenössischen Kunst

Ballerina in a tutu enjoying her performance in an Impressionist art piece by Degas, bowing on stage with flowers.

Erinnern Sie sich an die Romantik , in der sich alles um Nostalgie, Gefühlstiefe, Epik sowie die Verbundenheit mit Natur und Geschichte drehte?

Einige Jahre später beschlossen einige Maler, sich auf die greifbare Realität des Alltags zu konzentrieren – eine Bewegung, die wir heute als Impressionismuskennen. Das Banale konnte plötzlich schön sein und durch die Poetik von Licht und Bewegung zum Nachdenken anregen., that were expressed through visible and emotional brush strokes.

It wasn’t a realistic representation - that wasn’t interesting anymore because of photography - but it was rich and brought new life to the ordinary.

The Scream art piece showing a figure on a bridge with hands to face under a red sky, depicting a subjective experience.

Some other artists took these same principles of expression through color and texture and explored them even further, not being afraid to really distort the subject in order to truly convey their subjective experience of reality. They called it Expressionism.

Fragmented cubist art with grey and brown planes, offering a subjective experience of a mandolin.

Then, more artists, and some of the same, decided to go and also explore the subjectivity of life and existence, but by distorting the time continuum, merging past with present and future in a visual fashion. Trippy stuff, right? That’s Cubism for you.

Futurist art sketch of a modern city with towering skyscrapers, skywalks, and geometric industrial structures.

Also, remember the Industrial Revolution? Technological growth was exponential, and so was people’s fascination for it. This group of guys picked up cubism’s concept of time bending and prized the future's aesthetics as the only thing that mattered.

Speed, technology, youth, violence, industrialism, nationalism, you name it, Futurists were into it.

Surrealist art: a subjective dream experience where tigers leap from a fish and a bayonet points at a sleeping woman.

Already Surrealism was all about getting into those shiny brand new Freudian theories which resulted in some pretty interesting explorations of the subconscious.

Some would do it through their technique, similarly to the expressionists, some would do it by recording their first thoughts after waking up from a dream, some would just go for drawing the first thing that would cross their mind, in an attempt to act as unconsciously as possible whilst awake.

Basically, the idea was to take self-expression to the next level of getting all the potentially embarrassing and truly deep stuff out there.

These explorations went on and on until some reached absolute abstraction. Some artists, like Kandinsky who was a musician himself, got inspired by the possibility of shapes and associative color resounding in one’s self.

A porcelain urinal signed R. Mutt 1917, a piece of art that creates a subjective experience for those enjoying it.

In the middle of this cluster of art movements, along came Dadaists for the necessary reality check, to keep everyone on their toes. They pretty much questioned everything art-related, the hardcore way.

Imagine the following: it’s 1917 and there’s a sculpture in the middle of an exhibition that is named “Fountain” and it is basically a laying urinal. The visitors didn’t take it lightly and got very angry. Probably, that was exactly the point.

Dadaists forced everyone to question aesthetics and beauty, broke constraints, revolted against elitism and separated words from their meaning. Ultimately, they made everyone think about the definition of art, and how maybe “beauty” and “harmony” weren’t necessarily requisites.

This same questioning of the idea of harmony and classical beauty extended to all fields of art, by the way. I’ve focused most of the examples and history in painting, but only because it is the easiest to exemplify and compare in an article.

But many interesting things happened in music, like how all of a sudden you could break the scales and match notes that before would be considered an awful combination. Dancing wasn’t so focused on elegance anymore, and allowed itself to be raw and unpleasant when it was warranted.

Breaking the moulds of classical and romantic aesthetics came to be a great way of having access to a broader range of emotions, ideas, and ways of expression.

So as time passed, there was an exponential growth in art production and, consequently, in the number of art movements and streams of thought. So many that people just started calling it Contemporary Art, since the term refers to the art which is produced at the present period of time.

There were dozens, if not hundreds, of artistic movements happening, but one that came around that time and is worth mentioning was “Conceptual Art”: the idea or concept is the most important aspect of the work.

After many centuries focused on execution, here it became careless and superfluous, and the focus was on the planning and decision making done beforehand.

Vintage computer cases scattered across a large warehouse floor as part of a modern art installation.

One good example of Conceptual Art is the 1988 Maurizio Bolognini’s installation art “Programmed Machines”, where personal computers were programmed to generate flows of continuously expanding random images and left to run ad infinitum (most of these are still working now).

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Fazit

Wenn man mit solchen Kunstwerken konfrontiert wird, ist das der Moment, in dem normalerweise jeder die Augen verdreht und zeitgenössische Kunst hasst.

Hoffentlich habe ich genug Informationen weitergegeben, um Sie zumindest zum Nachdenken anzuregen, anstatt solche Werke sofort abzulehnen. Und ehrlich gesagt, ich hoffe, ich habe es geschafft, Ihren Geist zu öffnen und Ihnen zu helfen, das zu verstehen Kunst muss nicht hübsch oder angenehm sein, um sie zu erleben.

Kunst muss keine zutiefst emotionale oder intellektuelle Erfahrung sein, die einen sofort aus den Fugen bringt. Wenn überhaupt, hängt die Erfahrung, die man mit Kunst macht, mehr davon ab, wie man mit ihr interagiert, als von ihren eigenen Merkmalen.

Du bringst all dein Wissen und dein Lebensgepäck mit und am Ende Kunst zu genießen wird deine eigene subjektive Erfahrung sein, und du entscheidest, wie tief du gehen willst.

„Kunst beginnt, wenn ein Mensch, um anderen Menschen ein Gefühl mitzuteilen, das er einmal erlebt hat, es in sich selbst wieder aufruft und es durch bestimmte äußere Zeichen zum Ausdruck bringt.“ — 1897/Was ist Kunst von Tolstoi, S.38
„Wir alle wissen, dass Kunst keine Wahrheit ist. Kunst ist eine Lüge, die uns die Wahrheit erkennen lässt.“— 1972/Pablo Picasso wird in Dore Ashtons Picasso über Kunst zitiert
„Ideen allein können Kunstwerke sein... Alle Ideen müssen nicht physisch umgesetzt werden... Ein Kunstwerk kann als ein Dirigent vom Kopf des Künstlers zum Betrachter verstanden werden. Aber vielleicht erreicht es den Betrachter nie, oder es wird den Geist des Künstlers niemals verlassen.“ — 1994/Sol LeWitt, zitiert in Kunst und ihre Bedeutung von Stephen David Ross
„Ob Herr Mutt den Brunnen mit seinen eigenen Händen gemacht hat oder nicht, spielt keine Rolle. Er hat es gewählt. Er nahm einen gewöhnlichen Lebensgegenstand und platzierte ihn so, dass seine nützliche Bedeutung unter einem neuen Titel und einer neuen Sichtweise verschwand (und) ein neuer Gedanke für das Objekt entstand.“ — 1917/Der blinde Mann, 2. Ausgabe, von Marcel Duchamp, Beatrice Wood und Henri-Pierre Roché
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Maria Grilo
Maria Grilo

Ich bin UI- und Produktdesigner, Illustrationskünstler und Maler. Bekannt für meine Liebe zu trashigen Strandtüchern, Musikproduktion, Typografie und allen Arten von Pizza.

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